...

ajtys - 19. Apr, 06:36
Im Südfenster war immer Winter, Jahre schlichen vorbei, strichen entlang der Läden, klopften an den Rahmen, fragten flüsternd die Katze: Wohnt sie noch hier? Im Nordfenster war immer Winter, Schneegänse hinterließen Notizen: Lebst Du noch? und zogen besorgt weiter, bis die über-, über-, übernächste Generation vergaß vorbeizuschauen auf ihrem Weg. Die Fenster bargen den Winter, schlossen ihn behutsam von Hitze und sommerlichem Treiben im August. Im Westfenster, selten nur, schaute der Herbst vorbei für kurze Teestunden mit dem Freund im Asyl, und im Osten der Frühling ward lange nicht gesehen. Doch er zählte die Jahre in tiefen Kerben seines Rahmens. Bei jeder neuen Kerbe putzte er die Scheiben und einmal gar wollte der Mai ungestüm hereinbrechen, huschte durch einen Spalt und verfing sich im alten Fliegennetz, zerriss das Weben. Ich sehe Dich nicht, sagte der Winter, als er ihn befreite . (TheSource) |
in den straßen an augenfingern die ahnengalerie deiner abwesenheiten in abzählreime gießen: (oder sind's die fenster |
Tropf mir Leben auf die Gräser fang mir Morgensonne ein! Sei feuchtes Netz auf Abendgläsern darin vermählt du bist mit Wein, der altes Leben rot besingt. Und der taubedeckte Tag klingt: Mein! (TheSource) |
tausendäugig wenn es sommer ist spinnennetze schwerelos im morgenlicht tau gesandt zur nacht wenn deine träume augen perlen (parallalie) |
abends decke ich dich zu mit meinem Haar seinen Erinnerungen dem Duft verhallter Worte kleinen, kitzelnden Äonen. Noch einige wenige Jahre und ich decke uns beide zu mit meinem Weidenhaar (TheSource) |
in die suppe fallen deine mit scherenfingern durch die haare gesprochenen worte die wir gerade auslöffeln |
im atem löst sich zungenfertig wortverbrannt ein faungesicht wandelt stetig allbenannt mir antlitz gegen schicksal spricht atem los . (TheSource) |
die mundformen |
der Blitz schlug ein zwischen ihrem borkigen Wohnort und dem Bach schlug er ein ein soldat ging hinsehen ui ui die Welt die Welt gefährlich ist IST und nie wieder nie wieder gingen sie hinaus . heute sagen sie Ameise ist Ameise aber niemand erinnert sich an die heimgebliebenen ich meine die Ameisen die nie wieder auszogen weil der Blitz einschlug . (TheSource) |
die eiche und ihr dunkles streben erschlägt weil im zwischen ein lichtes geäst denn es will sich vermählen der erde der himmel im blitz (parallalie) |
Oben auf dem Berg der See. Spricht mir ganz leise stummes Wort ins Tief (TheSource) |
eine mitte sich selbst schneidet der see den himmel nach seinem bilde zurecht zwei seen ein gleiten |